Hessische Staatskanzlei

Ministerpräsident zieht positive Bilanz

Hessen will wirtschaftlich enger mit dem 130 Millionen Einwohner zählenden indischen Bundesstaat Maharashtra zusammenarbeiten: Ministerpräsident Boris Rhein und Maharashtras Chief Minister Devendra Fadnavis haben dazu am Freitag in Mumbai eine Gemeinsame Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet. Der Regierungschef verwies auf die Gemeinsamkeiten beider Regionen und Staaten: „Maharashtra und Hessen, Indien und Deutschland – das passt gut zusammen.“ Die Gespräche in Mumbai sehe er als Auftakt zu einer langfristigen Partnerschaft zwischen zwei der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands und Indiens, die zugleich die wichtigsten Finanzzentren sind.

Die Finanzmärkte der Zukunft gemeinsam gestalten.

„Mumbai ist das Tor zu Indien, Frankfurt ist das Tor zu Europa. Maharashtra ist das Powerhouse Indiens, Hessen ist das Powerhouse Deutschlands“, sagte der Regierungschef während einer internationalen Finanzkonferenz in der nationalen indischen Börse (National Stock Exchange – NSE) in Mumbai. „Hessen und Maharashtra teilen nicht nur grundlegende Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und eine regelbasierte internationale Ordnung – beide Regionen sind auch die wirtschaftlichen Kraftzentren ihres Landes. Mit der gemeinsamen Absichtserklärung legen wir das Fundament für eine konkrete, zukunftsorientierte Partnerschaft und schaffen damit in Zeiten geopolitischer Umbrüche eine direkte wirtschaftliche Achse zwischen Europa und Indien. Das ist eine große Chance für beide Seiten. Lassen Sie uns die Finanzmärkte der Zukunft gemeinsam gestalten.“

Stärkung gemeinsamer Projekte

Nach Rheins Worten stellen beide Partner mit der Gemeinsamen Absichtserklärung die Weichen für verlässliche Lieferketten, mehr Resilienz, technologischen Fortschritt und mehr Wachstum. „Für Unternehmen in Hessen öffnet sich damit das Tor zu einem der am schnellsten wachsenden Märkte der Welt. Gleichzeitig kann Maharashtra vom technologischen Know-how und den globalen Vernetzungen des Rhein-Main-Gebiets profitieren. Unser Ziel ist es, diese Stärken künftig in konkreten, gemeinsamen Projekten zu bündeln und die bilaterale Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen weiter zu vertiefen.“

Staatsminister Pentz, hessischer Minister für Internationales, ging auf das Thema Fachkräfte ein: „Hier in Indien ging es uns auch darum, neue Fachkräfte für Hessen zu gewinnen. Indien verfügt über hervorragend ausgebildete Arbeitskräfte, vor allem Naturwissenschaftlerinnen, Ingenieure und IT-Experten. Ich freue mich, dass wir hier einige Türen öffnen konnten. Denn unsere starken hessischen Unternehmen brauchen Expertinnen und Experten aus dem Ausland, damit sie wettbewerbsfähig bleiben. In Hessen haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Mit dem zweiten Bürokratieabbaugesetz werden wir die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse beschleunigen. Und mit der ‚Fast Lane‘ haben wir ein klares Signal gesendet: In Hessen kommen internationale Fachkräfte auf die Überholspur“, sagte Pentz, der auch Minister für Entbürokratisierung ist.

Besuch der National Stock Exchange in Mumbai

Auch in der Finanzwirtschaft und in der Forschung will Hessen die Zusammenarbeit mit Indien deutlich verstärken. Ministerpräsident Rhein besuchte in Mumbai die Börse NSE und warb im Gespräch mit Jishnu Dev Varma, dem Gouverneur von Maharashtra, und Amish Patel, Associate Vice President der NSE, für eine stärkere Vernetzung der Finanzmärkte. „Indien ist heute einer der dynamischsten Finanzmärkte der Welt und ein zentraler Partner für Hessen. Mumbai und die Rhein-Main-Region mit ihren Schwerpunkten in Finance, Digitalisierung und Pharma passen ideal zueinander. Unser Ziel ist eine engere Kooperation des deutschen Finanzplatzes Frankfurt mit der größten Börse Indiens. Diese Gespräche sollen nun vertieft werden“, sagte der Regierungschef. Mit seiner starken Infrastruktur und seinem Wirtschaftsökosystem sowie mit Frankfurt als größtem Finanzplatz Kontinentaleuropas sei Hessen der ideale Standort für indische Banken, die in Europa tätig werden wollten.

Positives Fazit der fünftägigen Reise nach Indien

Zum Abschluss seiner Reise zog Ministerpräsident Rhein, der von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet wurde, ein positives Fazit: „Unser Aufenthalt in Indien war sehr erfolgreich. In Gesprächen mit wichtigen Politikern und Wirtschaftsführern haben wir die Basis für eine gewinnbringende Zusammenarbeit der Zukunft gelegt. Es ist uns gelungen, in Indien Werbung für Hessen zu machen. Der Austausch zur Zusammenarbeit der Finanzplätze Mumbai und Frankfurt hat maßgeblich dazu beigetragen, unsere wirtschaftlichen Beziehungen auf ein neues Niveau zu heben. Diese Reise ist der Beginn einer langfristig angelegten Partnerschaft, die beiden Seiten – Indien und Hessen – große Chancen bietet.“

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