Hessisches Ministerium der Finanzen

Hessens gute Ratings erneut bestätigt mit AA+ und AAA

Die Ratingagentur Standard & Poor’s überprüft regelmäßig ihre Einschätzung der hessischen Finanzpolitik und der Kreditwürdigkeit des Landes. Dabei ist jetzt das positive Ergebnis der vergangenen Jahre bestätigt worden.

Hessen wurde von Standard & Poor’s erneut mit „AA+ mit stabilem Ausblick“ bewertet. Auch die Ratingagentur Scope bestätigt ihr Rating des Landes mit „AAA mit stabilem Ausblick“. Dank dieser guten Bewertung sind die Zinsen, die das Land für seine Anleihen zahlen muss, niedriger.

Zitate Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz:

„Die erneut guten Ratings sind gerade in der aktuellen Phase weltweit steigender Staatsverschuldung keine Selbstverständlichkeit mehr und daher umso erfreulicher. Nach Jahren der wirtschaftlichen Flaute und der Krisen sind alle öffentlichen Haushalte in Deutschland extrem unter Druck. Aktuell kommen noch die Belastungen des Iran-Konflikts dazu. Doch trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen bleibt Hessens Kreditwürdigkeit an den Finanzmärkten gut. Davon profitiert das Land. Wir zahlen vergleichsweise niedrige Zinsen.“

„Die Ratings bestärken uns in unserem haushaltspolitischen Kurs, den wir auch mit dem Haushaltsentwurf 2027 konsequent weiterverfolgt haben: Wir nutzen das Geld der Steuerzahlenden gezielt für wichtige und zukunftsweisende Investitionen. Gleichzeitig müssen wir nachhaltig sparen.“

„Die hessische Wirtschaft ist aktuell die Wachstumslokomotive in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2026 ist unsere Wirtschaft mit 1,8% rund doppelt so stark gewachsen, wie der Bundesdurchschnitt. Die positiven Zeichen mehren sich, dass wir die anhaltende Stagnationsphase hinter uns lassen können. Davon würden dann auch die öffentlichen Haushalte profitieren. Das Rückschlagpotenzial bleibt jedoch hoch.“

Auszüge aus dem Ratingbericht von Standard and Poor‘s (in eigener Übersetzung aus dem Englischen):

„Der stabile Ausblick spiegelt unsere Einschätzung wider, dass das Land Hessen Haushaltsdisziplin walten lassen wird, insbesondere bei den Sach-, Personal- und Transferausgaben, um dem anhaltenden Haushaltsdruck entgegenzuwirken. Wir gehen davon aus, dass das Land unter Einhaltung der Verfassungsgrenzen strukturelle, aber begrenzte Defizite ausweisen wird, was nach den kürzlich gelockerten Haushaltsregeln für Bundesländer nun zulässig ist. Dennoch dürfte die Schuldenlast Hessens im Verhältnis zu den laufenden Einnahmen langsam zurückgehen, da der Nettofinanzierungsbedarf allmählich schrumpft und durch das Einnahmenwachstum mehr als ausgeglichen wird.“

„Unsere Ratings für Hessen berücksichtigen verschiedene aktuelle haushaltspolitische Herausforderungen, die politischen Entscheidungen des Landes sowie die jüngsten Änderungen im institutionellen Rahmen für die Länderverwaltungen in Deutschland. Wir weisen darauf hin, dass der Krieg im Nahen Osten Auswirkungen auf das Wachstum der Steuereinnahmen haben könnte. Wir rechnen zwar weiterhin mit strukturellen Verbesserungen der Haushaltslage, doch könnten diese nun geringer ausfallen oder sich verzögern.“

Auszüge aus dem Ratingbericht von Scope (in eigener Übersetzung aus dem Englischen):

„Hessens starkes eigenständiges Kreditprofil weist die folgenden Kreditstärken auf:

i) eine konservative Schulden- und Liquiditätspolitik, unterstützt durch einen ausgezeichneten Marktzugang und ein günstiges Schuldenprofil;

ii) eine solide Haushaltsentwicklung und ein umsichtiges Finanzmanagement mit einem starken Bekenntnis zur Schuldenbremse des Landes;

iii) begrenzte Eventualverbindlichkeiten bei gleichzeitig gut finanziertem Pensionsfonds für seine Beamten; und

iv) eine überdurchschnittliche Einnahmenflexibilität als Nettozahler im Finanz­ausgleichssystem.“

„Hessen verfügt weiterhin über ein konservativ strukturiertes Schuldenportfolio, das durch begrenzte Refinanzierungs-, Fremdwährungs- und Zinsrisiken gekennzeichnet ist und durch einen starken Zugang zu den Kapitalmärkten unterstützt wird. Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Schulden beträgt rund 11 Jahre.“

„Als einer von nur vier Nettozahlern im Finanzausgleichssystem im Jahr 2025 profitiert Hessen von starken zugrunde liegenden wirtschaftlichen Fundamentaldaten und verfügt weiterhin über einen ausgezeichneten Zugang zu den inländischen und internationalen Kapitalmärkten.“

Fragen und Antworten

Nein, Hessen ist nicht verpflichtet, sich bewerten zu lassen. Allerdings ist ein Rating am Kapitalmarkt Voraussetzung dafür, dass Anleihen des Landes bei Investoren national und international vermarktbar sind. Investoren brauchen diese Bewertung für ihre Entscheidungen. Ratings schaffen zudem Vergleichbarkeit. Deshalb lassen sich alle Bundesländer von mindestens einer Ratingagentur bewerten.

Hessen lässt seine Kreditwürdigkeit seit 2000 von Standard and Poor’s (S&P) aus den USA und seit 2024 zusätzlich von der europäischen Agentur Scope bewerten. Die Ratings dokumentieren Hessens Bonität als Schuldner – objektiv und unabhängig. Kapitalgeber im In- und Ausland können so das Risiko beim Kauf hessischer Anleihen besser einschätzen. Die Transparenz lohnt sich: Je besser das Rating, desto niedriger sind die Spreads (Auf- oder Abschläge zu den Kapitalmarktzinsen), die das Land für seine Anleihen zahlt.

Hessen startete im Jahr 2000 mit der Bestnote „AAA“ bei S&P. Wegen der angespannten Haushaltslage und steigender Verschuldung erfolgte 2003 eine Herabstufung auf „AA+“ und 2005 auf „AA“ (jeweils mit stabilem Ausblick). Erst 2017 verbesserte sich der Ausblick auf „positiv“ – dank einer stabileren Finanzlage und der ersten Schuldentilgung seit Jahrzehnten. 2018 folgte die Hochstufung auf „AA+“, die bis heute gilt. Bei der ersten Bewertung durch Scope 2024 erreichte Hessen die Bestnote „AAA mit stabilem Ausblick“, die seitdem jeweils bestätigt wurde.

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